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Chorreise 2005

Kirchenchorreise 2005
25. & 26. Juni

Mit grosser Spannung und noch ein bisschen müde traf sich der Kirchenchor in aller Frühe zur Chorreise 2005. Bis nun das Gepäck im bereitstehenden Car verstaut war, konnten sich alle Sängerinnen und Sänger mit ihren Angehörigen herzlich begrüssen. Der jenige Sänger (mein Schwager), welcher am nächsten entfernt wohnt, kam wie gewohnt, aber immerhin doch pünktlich zum Treffpunkt. Türe zu, Motor gestartet nahm die Reise ins Blaue pünktlich um 07.00 Uhr ihren Anfang. Die kurze Fahrt auf der Autobahn endete bei der Ausfahrt Liestal. Der Car fuhr nun auf der Landstrasse über den Hauenstein, Balsthal nach Wiedlisbach. In diesem bezauberten und mittelalterlichen Städtchen machten wir einen Kaffeehalt. Im Restaurant Rebstock fand sich die lustige Gesellschaft ein. Kaffee und Gipfeli liessen nun die letzten müden Geister wach werden. Es wurde diskutiert oder Erlebnisse wurden weiter erzählt. Anschliessend schlenderte der Chor durch die verschiedenen Gassen und genossen das wunderbare Städtchen.

Geschichte von Wiedlisbach

Frisch und munter nahm die Fahrt ins Blaue ihren weiteren Verlauf. Von Wiedlisbach aus fuhren wir auf der Landstrasse über Burgdorf, Hasel bei Bern, ins wunderschöne Bigenthal über Biglen, Steffisburg nach Thun. Bei Kiesen war ein Apéro eingeplant. Doch das wunderschöne Schloss Kiesen ist in Privatbesitz und ein Parkieren des Cars war unmöglich. So führte uns die Reise weiter bis nach Thun. Unterwegs, suchend nach einem lauschigen Apéroplätzchen spielte Petrus kein feines Spiel mit uns. So irrten wir ein bisschen um Thun herum und hielten Ausschau nach einem trockenem Platz, was uns leider verwehrt blieb. Wir entschlossen uns trotz "leichtem" Regen unter Pappeln das Tischchen aufzustellen, Gebäck, Flaschen, Becher und den Wein aufzutischen und den Apéro unterm Regenschirm zu geniessen. Allen machte es trotzdem Spass. Der herzliche Dank der Spenderin des Apéro Theres Matter blieb nicht aus.

Gestärkt ging die Reise weiter und alle verspührten einen grossen Hunger. Der Carchauffeur Thomas setzte die Fahrt weiter bis wir schlussendlich am Thunersee in Längenschachen (Oberhofen) ankamen. Freundlich vom Chef und dem Servierpersonal empfangen fühlten wir uns alle sehr wohl. Der Gasthof Niesenblick gab uns einen schönen Blick auf den See.

Nach dem reichhaltigen Mahl schlenderten wir gemütlich zur Schiffstation Längenschachen und alle warteten gespannt wohin uns das Schiff bringen würde. Kaum an Bord des Schiffes angekommen, strahlte Petrus, als wollte er sagen wer hier der Chef ist. Wir liessen ihn in seinem Glauben und somit war das Wetter auf unserer Seite. Von Längenschachen über Gunten, Spiez, Faulensee (da waren wir einmal bei einem Kaffeehalt) und Meiringen kamen wir in Beatenbucht an. Es war eine herrliche Schifffahrt. Der Sonnenschein, das Wasser, die frische Luft, die Wellen, all dies trug zu der gemütlichen Fahrt bei und man konnte so richtig die Seele baumeln lassen. Gut an Land angekommen wartete der Bus auf die ganze Gesellschaft.

Die Fahrt führte uns um den Thunersee herum, was auch schnell zur Verwirrung führte und die Frage auftauchte, wohin es jetzt uns führe. Werner machte sich sein Wissen zu nutze und veranstaltete einen Wettbewerb, welcher schon anfänglich der Reise gestartet wurde. Das Durcheinander war gross, als der Chauffeur nach Steffisburg in Richtung Schallenberg fuhr. Die Landschaft zeigte uns, dass es doch noch entlegene und wunderbare Gegenden in der Schweiz gibt. Die herrliche Aussicht in diese Landschaft liess manchen im Bus staunen. Ortschaften wie Wachseldorn oder Oberei waren für die meisten von uns unbekannt. Nach Schangnau verliessen wir den Kanton Bern und der Kanton Luzern mit dem Entlebuch begrüsste uns mit seinen saftig grünen Matten. Der Weg führte uns von Marbach über Wiggen, Escholzmatt, Lehn, Schüpfheim nach Hasle im Entlebuch. Jetzt war die erste Etappe unserer Chorreise nicht mehr weit entfernt. Von Hasle aus ging es steil mit uns bergauf an einen wunderbaren schönen Ort, welcher Heiligkreuz heisst. Etwas müde von den vielen Eindrücken, aber sehr zufrieden, kamen wir im Kurhotel Heiligkreuz an. Nach dem Zimmerbezug hatten alle genügend Zeit für sich. Einige spazierten auf eine Anhöhe um die Aussicht noch besser zu geniessen und konnten noch den Betruf hören, andere flanierten in Heiligkreuz umher (es hat natürlich keine Geschäfte) und andere wiederum genossen auf der grossen Sonnenterasse des Kurhotels das feine Bier. Schlussendlich war natürlich der ganze Chor wieder beisammen und es wurde wieder heftig "geschwatzt". Vom Hunger getrieben fanden sich alle im grossen Speisesaal ein. Es ist ein herrlicher Saal mit einer schönen Balkenkonstruktion. Alle fühlten sich heimelig wohl. Als Präsident und jetzt als Reiseleiter durfte ich eine sehr freudige Botschaft verkünden. Kurz bevor wir den Tischgesang anstimmen wollten, kam Astrid zu mir und drückte mir ein Kuvert in die Hand, mit der Bitte, dies vorzulesen. Es war die Bekanntgabe der Vermählung von Astrid und Hansruedi, wobei uns die Zwei recht an der Nase herumgeführt hatten. Sie sind nämlich schon standesamtlich getraut, aber die kirchliche Trauung findet am 10. September statt. Wir freuen uns natürlich riesig auf diesen Tag. Aus diesem Anlass offerierte uns das Brautpaar die ganze Tranksame an diesem Abend. Der grosse Applaus verdankte die grosszügige Geste.
Nach dem ersten Gang erzählte ich die Geschichte von der Legende der Auffindung des Kreuzes Christi und was dieser Ort für eine Bedeutung hat.

Legende und Geschichte von Heiligkreuz.

Nach dem feinen Nachtessen und Dessert blieben wir noch lange sitzen und Bernd begleitete uns am Klavier. Erst gegen Mitternacht löste sich der harte Singkern auf und alle suchten die Betten auf.

Ein schweinisches Grunzen weckte uns alle am Sonntag morgen auf. Es war natürlich Peter, wer den sonst? Vor dem Morgenessen genossen einige einen Morgenspaziergang. Das Wetter war herrlich, kein Wölkchen versperrte uns den Sonnenschein. Nach dem Morgenbuffet trafen sich die Sängerinnen und Sänger in der wunderbar restaurierten Kirche. Wir machten kurze Einsingübungen bevor die Messe anfing. Auf der Empore sangen wir die Missa brève in C-Dur von Charles Gounod. Wir fühlten uns alle auf der Empore wohl und genossen unseren Gesang. Die Kirche war mehr als gefüllt. Pater Chrispin von Heiligkreuz zelebrierte die Messe. Die Predigt hielt uns alle in seinem Bann. Er verstand es mit einfachen Worten die Leute auf seine Seite zu ziehen. So war es für uns Birsfelder eine eindrucksvolle und mit Humor bestückte Predigt. Zum Schluss sangen wir von Arcadelt das Ave Maria. Bernd war mit uns sehr zufrieden und sein Schlussspiel an der Orgel rundete das musikalische Bouquet ab. Der grosse Schlussapplaus zollte unseren Einsatz.
Jetzt war wiederum Apéro angesagt. Neben der Kirche stellten wir unseren Apérotisch auf und natürlich den kühlen Weisswein. Wir haben uns diesen Apéro wirklich verdient. Bei dieser schönen Kulisse mit Blick ins Tal und der Berglandschaft genossen wir diesen Moment. Dieser Apéro war von unseren Passivmitglieder Georg und Louise Schumacher gestiftet worden, welche leider nicht mitkommen konnten. Auch Euch beiden einen herzlichen Dank. Leider mussten wir auch diesen schönen Ort verlassen und so bestiegen wir alle den Reisecar, denn das Mittagessen rufte. 

Es ging jetzt von Hasle nach Wohlhusen nach Willisau nach Hüswil und dort verliessen wir den Kanton Luzerm um wiederum im Bernbiet Gast zu sein. Nach Huttwil trafen wir in einem richtigen Emmenthaler Bauernort Namens Ursenbach ein. Die Wirteleute, ein richtiger Familienbetrieb, erwarteten uns schon und die freundliche Begrüssung blieb nicht aus. Im gemütlichen Gasthof Löwen wurden wir so richtig verwöhnt. Die Menge auf dem Teller und das Nachschöpfen von Schweinebraten und Pommes mit Gemüsse liess wirklich kein Hungergefühl mehr übrig. Wegen guter Finanzen der Reisekasse konnte wir zum Schluss noch ein Dessert à la Carte aussuchen. Gut genährt und ohne Hunger bestiegen wir den Car. Die Wirtefamilie winkte uns zum Abschied zu.

Jetzt stand noch ein letzter Höhepunkt unserer Chorreise an. Bei unserem Wettbewerb konnten doch einige unser letztes Reiseziel erraten. Wir fuhren zum Kloster St. Urban (Pfaffnau / LU). Dort erwartete uns der Kunsthistoriker zur Klosterführung. Es ist ein toller Bau mit Barock- und Rokokostukaturen. Als erstes erklärte er uns die Kirche mit dem weltbekannten Chorgestühl und dessen Geschichte. Auch durften wir die alte Bibliothek des Klosters besichtigen. Über verschiedene Irrgänge an der grossen Orgel vorbei bestaunten wir das schöne Treppenhaus mit den weissen Säulen und Geländer. Wiederum zum Schluss in der Kirche angekommen sangen wir noch verschiedene Choräle. Die Akustik war hervorragend und so genossen wir unseren eigenen Gesang.

Geschichte von St. Urban

Marianne Gwerder übernahm am Schluss die Kosten der Führung . Auch ihr gilt ein herzliches Dankeschön.

Müde und ein wenig durstig betraten wir den Bus. Nach Balsthal machten wir noch einen kleinen Halt und so konnten wir durch all die Spenden mit dem "vorigen" Geld noch einen "genehmigen". 

Müde, aber doch zufrieden kamen wir alle gut wieder in Birsfelden an. Ich denke es war für mich als Organisator eine abwechslungsreiche und spannende Reise und alle kamen auf ihre Kosten. Auch möchte ich Werner Leibundgut danken für die Organisation der Apéros und den Wettbewerb.

Wo es in zwei Jahren wieder hingeht... das wissen die Götter.

 

Der Schreiberling und Organisator:

 

Thomas Meyer